Bunte Mischung, viele Themen: Occupy Aktivisten, ein Handelsblatt-Redakteur und Sahra Wagenknecht im Gespräch

Occupy Frankfurt hat wieder eingeladen. Diesmal nicht zu Asambleas zwischen Zelten, Gesprächsrunden an der Feuertonne oder Aktionskongressen im Gewerkschaftshaus – nein, diesmal zu einer Podiumsdiskussion in der Frankfurter Oper. Das Thema der gut besuchten Veranstaltung lautete “Unordnung & Kritik in Europas Marktwirtschaft – Ursachen, Auswirkungen und Lösungen”. Auf dem Podium saßen Norbert Häring (Redakteur Handelsblatt und Autor Ökonomie 2.0), Sahra Wagenknecht (Die Linke)  sowie AktivistInnen von Occupy:Frankfurt. Auch Banker – so hieß es vom Moderator – waren geladen, aber eine bevorstehende Pressekonferenz der EZB war ein u. U.  glaubhafter (aber sicher auch nicht unwillkommener) Grund abzusagen.

Geldschöpfung und Griechenland

Stärke und Schwäche zugleich der Veranstaltung war die Vielfalt der Themen, die angerissen wurden. Kritik an Mästung der Banken durch billiges EZB-Geld – Pro und Contra eines Griechenlandsaustritts – Geldschöpfung – Regionalwährung als Alternative – Ursache des Übels: Geldsystem oder Wirtschaftssystem – und ganz wichtig: die unheilvolle Verquickung zwischen Politik und Finanzwirtschaft… das waren nur einige der Punkte, die zur Sprache kamen.

Erster Schritt: Mund aufmachen

Und das Publikum? Das reagierte ähnlich wie schon bei der Veranstaltung mit Schirrmacher und Co: Was können wir tun? Was ist der Plan B? Den Mund aufmachen, mit Kollegen und Freunden reden, dafür sorgen, dass sich mehr Leute darüber empören, wie es läuft…. Das gilt, so meinte Häring, auch für Banker, Leute im System. Das Handelsblatt sei ja nun auch kein Revoluzzerblatt, aber seine Meinung zu sagen und dafür einzustehen, das sei oft halb so schlimm und bringe Respekt.

Nicht zuletzt bei Themen wie dem ESM und seinen Folgen für die Demokratie sei es Zeit, dass ein breiter Diskurs geführt wird – ob, mit oder ohne dem Label Occupy. Wichtig ist, dass möglichst viele sich informieren, einmischen, vernetzen und wichtige Entscheidungen nicht den Politikern allein überlassen. Ob das in Zeltlagern passiert, auf Arbeit, im Büro oder eben in der Oper – das spielt keine Rolle.(DS)

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Die parallel stattfindene Podiumsdiskussion mit Elmar Altvater und Thomas Gebauer zum Film “Inside Job” bei Radio99Prozent zum Nachhören: http://freeplone3.openia.net/radio99/Members/r99p/audio/podiumsdiskussion-7.3.2012-elmar-altvater-thomas-gebauer

Hintergründe zum Fall Griechenland gibt es hier.

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